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Kontakt: Aikido Viersen |
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Menschliche Schwächen im Aikido (Oder: Was ist ein guter Uke?)
Ich den letzten Monaten hatte ich viel Zeit unsere Trainingsabläufe als Zuschauer zu beobachten. Bin auch in mich gegangen und stellte mir die Frage: Verlange ich zuviel von mir? und von anderen? Ich denke im Augenblick viel über dieses Thema nach. Um welche Schwächen geht es? Körperliche oder geistige? Körperliche Schwächen gibt es im Aikido meiner Meinung nach nicht. Aikido ist für jeden gleich gut geeignet. Egal ob Mann/Frau oder Kind/Ältere oder gesunde/körperlich behindert. Aikido ist keine Frage der körperlichen Kraft. Ich setze Fitness nicht mit körperlicher Kraft gleich. Also bleibt die geistige Schwäche........ Ja, ja. Es fängt schon mit dem inneren "Schweinehund" an. Gehe ich wirklich immer zum Training, wenn es möglich ist? Es ist wirklich ein gutes Argument, auf dem Sofa kleben zu bleiben. Oder mit Freunden auszugehen, oder mit der Frau/Freundin einen schönen Abend zu verbringen. Oder einfach ins Bett zu gehen. Anstelle sich aufzurappeln, ins Auto/Rad und auf zum Dojo. Jetzt kann ich nur für mich reden: Mit zunehmendem Alter (bin 47 J.) merkte ich schon jedes Wehwehchen länger und deutlicher. Für mich hat aber das Training immer einen sehr hohen Stellenwert. Ganz ehrlich........Für mich stellt sich die Frage nicht: Training Ja oder Nein. Ich sehe diese Schwäche klar als das größte Hindernis an, ein guter Aikidoka zu werden. Denn, ohne regelmäßiges Erscheinen beim Training hat niemand eine Chance sich zu entwickeln. Außerdem zeigt man auch dem Lehrer seinen fehlenden Respekt. Wie fühlt er sich wohl, wenn er vor stark gelichteten Reihen steht und genau weiß, wie viele anwesend sein könnten? Noch ein Punkt, der aber nicht zum Aikido gehört!!! In der Regel möchten die, die selten zum Training erscheinen mehr Trainingseinheiten haben. Glaube ich wenigstens. In der letzten Zeit fällt immer ein Tag aus, wegen mangelnder Beteiligung. Hat sich mal jemand Gedanken gemacht, was passiert, wenn man uns diesen Tag wegnimmt?????????? Ok. Ich weiß, es gibt auch wichtige Gründe, dem Training fernzubleiben. Krankheit, wichtige Ereignisse in der Familie etc. Es muß im Endeffekt jeder selbst entscheiden, was für ihn wichtig ist. Mal abgesehen von den technischen Fertigkeiten, die auch stehen bleiben. Damit komme ich zur nächsten Schwäche. Man glaubt, alles zu können......nur mit der Umsetzung hapert es. Sehen wir mal von dem Verletzungsrisiko ab, ist doch diese Überheblichkeit (oder besser: Unwissenheit) ein riesen Problem. Stillstand heißt Rückschritt. Aikido ist doch ein Weg (Do). Ein langer Weg. Das schöne ist doch, daß man immer weiter lernt. Man muß nur wollen. Natürlich fällt in diesem Zusammenhang das Wort "Ehrgeiz". Ehrgeiz ist gut und wichtig. In Maßen. Jeder muß selber rausfinden, wieviel für ihn richtig dosiert ist. Ein Beispiel: Ich wollte unbedingt ausprobieren, wie gut meine Ukemi´s noch sind. Auch Sutemi natürlich.Ganz klar:-----zuviel Ehrgeiz-----. Nach langer Verletzung immer langsam anfangen. Mein Fehler. Gott sei Dank hat in diesem Moment mein Lehrer aufgepasst und mich ausgebremst. Gut so!!!!!!! Schwäche Nr.3.Vertrauen. Es bedeutet: Sich fallen zulassen. Im geistigen Sinne. Vertrauen in die Ausführungen des Lehrers zu haben. Nichts erstmal in Frage zustellen. Er hat seine Gründe, Äußerungen oder Techniken auf Grund seiner Erfahrung vorzutragen. Ich weiß, daß es ein Mentalitätsproblem unserer Kultur ist, alles in Frage zustellen. Man kann jede Bewegung oder Redewendung kaputtdiskutieren. Also einfach mal Klappe halten und üben. SoS....üben. Habe ich Vertrauen in meinen Partner? Egal ob Uke oder Nage? Eigentlich sollte ich es haben. Ich vertraue ihm meine Gesundheit an. Natürlich weiß ich auch, daß es eine Frage des Könnens und Erfahrung ist. Falsch ist auf jeden Fall nach links zu fallen, wenn der Nage mich nach rechts haben will (z.B.).Oder genauso schlimm, die Übung mit Absicht zu blockieren. Man kann mit Sicherheit jede Übung blockieren. Mit einem extrem hohen Verletzungsrisiko!!!!!!!!!!!! Wie man sieht, bedeutet es für einen guten Uke, nicht nur toll fallen zu können, sondern auch andere mentale Aufgaben zu meistern. Die, wie ich glaube, weitaus schwieriger zu meistern sind. Ich möchte an dieser Stelle klar stellen, daß ich meiner Schwächen durchaus bewusst bin. Ich bin eben auch auf dem Weg............. Ich arbeite dran. Wie wir es alle tun sollten. Das Erreichen verschiedener Graduierungen bedeutet nicht, daß ich auch Schwächen gemeistert habe. Egal um welche Graduierung es auch geht. Aikido ist eine Lebenseinstellung. Das beinhaltet auch den Umgang mit seinen Schwächen. Dieser Text ist auf alle Aikidokas gemünzt. Also auf keinen bestimmten. Ich möchte hier niemandem zu nahe treten. Wir sind alle freiwillig im Dojo, um Aikido zu lernen. Dazu gehört auch das Erkennen seiner Schwächen. Zum Abschluß noch eins. Selbstverständlich zählt auch eine gute Dojo-Etikette dazu. Aber das sehe ich als eine unserer großen Stärken. Egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. "Hut ab" und "Respekt".
(Der größte Sieg ist, der Sieg über dich selbst)
Roland
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