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Kontakt: Aikido Viersen |
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Weiterentwicklung….
Vor ungefähr 1 Jahr hatte meine Aikidolaufbahn einen Knick hinnehmen müssen. Nach oben oder nach unten vermochte ich damals nicht zu sagen. Ich hatte das Dojo verlassen, das in meinem Leben einen hohen Stellenwert hatte. Die Gründe waren eindeutig, einige Rahmenbedingungen, über die ich eine andere Meinung hatte. So musste ich diesen Schritt gehen. Man sollte niemals Aikido über Familie oder Job stellen. Und genau das war der springende Punkt. Und die Aussage: “Du hast doch keine Lust mehr“ erleichterte mir den Abschied. Die Menschen, die mich kennen (einschließlich meiner Frau) sind aus allen Wolken gefallen, als ich die Entscheidung bekannt gemacht hatte. Sie wussten, wie tief Aikido in mir verwurzelt ist. Gott sei dank kam die Rettung in Form eines Anrufes. Mein Leben bekam einen entscheidenden Kick. Mein heutiger Trainer fragte mich, ob wir uns eine gemeinsame Wirkungsstätte suchen wollen. Er hatte sich auch von seinem Dojo getrennt. Ein neues Kapitel Aikido begann in meinem Leben. Ich wurde Sempai und später Trainer einer Kindergruppe. Meine Gedanken über aikidorelevante Themen vermehrten sich explosionsartig. Die Worte „Aikido vorleben“ bekamen ein anderes Gewicht. Einmal sagte jemand zu mir “wenn du eine Tür geöffnet hast, kommen 2 neue“. Ich glaube, es kommen 10 neue Türen. Die Fragen, die sich mir immer mehr zeigten, machten mir klar, wie viel ich noch lernen muss. Ich versuche nun meinen eigenen Weg zu gehen. Meine Persönlichkeit zu entwickeln. Weiterzuentwickeln. Und nicht vorgefertigte Meinungen wiederzugeben. Gott sei dank sind mein Trainer und ich sowieso fast immer einer Meinung. Ganz deutlich wird das Thema „Weiterentwicklung“, wenn ich vor den Kindern sitze und ihnen etwas erklären will. Technisch-, historisch- oder spirituellrelevante Fragen zum Thema „Aikido“. Wie sage ich es dem Kinde? Es ist schon schwierig genug bei den ersten beiden Punkten das „wie und warum“ zu erklären. Aber erst bei den spirituellen Fragen……… Ich muss mich um so viele Dinge kümmern. Auch als Ansprechpartner. Die Aufgaben eines Sempai eben. (Ein Sempai ist die rechte Hand des Trainers). Darüber ist aber schon an anderer Stelle sehr viel geschrieben worden. Die Kinder decken gnadenlos jede Schwäche auf. Ich habe ihnen etwas über Samurais erzählt, über die Tugenden (Mut, Weisheit, Loyalität, etc), ihr Leben und ihren Tod. Auch über Rechte und Pflichten. Ein Kind fragte mich: “Warum finde ich denn Aikido so toll? “Ich muss wohl ziemlich verdutzt ausgesehen haben, ööhhhhh, grübel grübel. Diese Frage habe ich schon zigmal beantwortet. Trotzdem hatte ich erstmal überlegt. Wie erkläre ich: -Leben geben, Leben nehmen (siehe die Klinge eines Schwertes) -der Tod ist ein ständiger Begleiter-Leben und Tod gehören zusammen. Für mich sind eben so Sachen wie Ehre und Stolz und Mut Tugenden, die ich schätze. Die Kinder waren zufrieden. Aber ich weiß, es ist nicht von Dauer. Die Fragen werden genauer und tiefsinniger kommen. Es ist eine einfache Frage und doch so umfangreich. Aber das ist auch ein Thema für sich. Ich wollte nicht mehr „nur“ ein Training vorgesetzt bekommen. Ich wusste allerdings auch nicht so recht was ich denn genau wollte. Was ich fragen sollte. Seit ich Trainer bin, werden viele Fragen gestellt. Viele weitere ergeben sich. Das Nachforschen um Antworten zu finden nimmt einen großen Teil meiner Freizeit in Anspruch. Ein völlig neues Gefühl ist es auch, sich am Level seiner Schüler messen zu lassen. Im eigenen Training sehe ich auch vieles mit anderen Augen. Oder aus einem anderen Blickwinkel. Wie funktioniert etwas und warum. Wie bringe ich es den Kindern bei. In dem Zusammenhang habe ich auch über das Thema „Aikido konsumieren“ nachgedacht. Ich habe das Riesenglück, mein bisschen Wissen weitergeben zu können. Zu sehen, wie sich andere durch meine Hilfe weiterentwickeln. Heute stelle ich fest, dass ich so manches sage und tue, was ich früher abgelehnt habe oder anders gesehen habe, z. B. Dojo - Etikette. Wenn ich heute Artikel aus meiner Anfangszeit lese, überkommt mich oft ein Schmunzeln. Man kann den selben Text x-mal lesen, man findet immer etwas Neues oder sieht es eben mit anderen Augen. Selbstverständlich ist es sehr schwer, sich weiterzubringen, ohne Hilfe von außen. -ein Lehrer oder Trainer, der einen fordert und fördert. Der mir Gedankenanstöße gibt und -sich mit mir austauscht. Der mir Verantwortung gibt, ohne sie ständig zu beschneiden. -andere Aikidokas (oder Budokas) mit denen man sich austauschen kann. Man muss halt die Möglichkeiten nutzen, über den Tellerrand hinauszuschauen. Toleranz ist da bestimmt eine willkommene Tugend. -und das Wichtigste zum Schluss: die Familie muss mitziehen. Der Zeitaufwand für Lehrgänge, etwas zu schreiben, Infobeschaffung, ist enorm. Da ist das Zeitfenster ganz schön eng in Verbindung mit dem Job und Familie. Abschließend kann ich nur noch sagen: Arigato an alle die mir mein jetziges Leben so ermöglichen. Aikido ist eine Erfahrung, die ich nie mehr missen möchte.
Roland
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