
Aikidō-Stil: Keijutsukai Aikidō
Keijutsukai Aikidō ist ein Aikidō-Stil, der in den 1970er Jahren von Thomas H. Makiyama (*1928; † 2005), einem amerikanischen Kampfkünstler mit japanischen Wurzeln, gegründet wurde. Darüber hinaus gründete er 1980 die Organisation bzw. den unabhängigen Aikidō-Verband Keijutsukai International Federation (Keijutsukai Kokusai Renmei) mit Sitz in Tokio, Japan. 1999 wurde Keijutsukai Aikidō in den Lehrplan der Temple University, Japan (TUJ), aufgenommen – sie ist die älteste ausländische Universität Japans.
Ziel des Stils war die Entwicklung einer effizienten und anwendungsorientierten Form des Aikidō, die nicht nur als Selbstverteidigung, sondern auch im Bereich der Strafverfolgung und Sicherheitsdienste eingesetzt werden kann. Die Gründung von Keijutsukai (Keijutsu bedeutet „Kunst der Durchsetzung“) spiegelte Makiyamas Erfahrung in verschiedenen Kampfkünsten wider, darunter auch Jūdō und Karate, die er in den Stil integrierte.
Makiyama wollte eine Methode schaffen, die die Prinzipien des traditionellen Aikidō auf eine praktische und anwendbare Weise interpretiert. Im Gegensatz zu manchen anderen Aikidō-Formen, die sich stark auf spirituelle Aspekte fokussieren, legt Keijutsukai Aikidō Wert auf effektive Kontroll- und Immobilisationstechniken. Diese Techniken eignen sich besonders gut für den professionellen Einsatz, sind jedoch auch für zivile Selbstverteidigung geeignet.
Ein spezielles Merkmal von Keijutsukai Aikidō ist die Nutzung direkter und zielgerichteter Bewegungen, die einen Gegner schnell und effizient kontrollieren sollen. Der Stil erfordert keine übermäßige Kraft, sondern basiert auf Hebeltechniken und präziser Körpermechanik sowie der Anwendung von Nervendruckpunkten, die den Gegner ständig aus dem Gleichgewicht bringen und kontrollieren soll. Dies macht ihn zugänglich für Menschen unterschiedlicher körperlicher Voraussetzungen.
Zur Übersicht der Aikidō-Stilrichtungen gelangst Du hier: Stilrichtungen
Japanische Namen
Wie in Japan üblich, steht der Familienname vor dem Vornamen. In diesem Beitrag halten wir uns daher an diese Schreibweise japanischer Namen.